Die meisten Sportvereine in Schleswig-Holstein verzeichnen weniger Mitglieder

im Jugendbereich!

Dabei ist der Fußball sehr stark betroffen. Es fällt auf das die A-Jugendmannschaften besonders darunter leiden.

Wer jetzt denkt, dass davon andere Sportarten (Handball, Volleyball, Basketball) profitieren, hat sich leider getäuscht: Denn auch hier sind Rückgänge zu verzeichnen. Gründe dafür sind die demographische Entwicklung (geburtenschwache Jahrgänge) und weniger Übungsleiter*innen in den Vereinen. Bei den Übungsleiter*innen kann man das sehr leicht erklären: opfern sie doch ihre Freizeit und teilweise auch Geld für „ihren“ Sport.

Vielen Vereinen fehlen die finanziellen Mitteln um die Übungsleiter*innen fortzubilden, damit diese interessantere und moderne Trainingseinheiten anbieten können. Die Jugendlichen selbst leiden immer stärker unter Zeitdruck: durch Ganztagsschulen oder Berufsausbildung wird ihre Freizeit immer enger getaktet. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Jugendliche in ihrer Freizeit lieber mit Unterhaltungsmedien beschäftigen. (JIM Studie 2021)

Dabei sind Mannschaftssportarten für den Erwerb sozialer Kompetenzen wichtig. Die Kinder und Jugendlichen lernen durch Mannschaftssportarten Selbstvertrauen, Kritikfähigkeit, Pünktlichkeit,Integration, Sauberkeit, Respekt, Toleranz und Fairplay.

Im direkten Zusammenhang mit schwindenden Mitgliederzahlen steht ein weiteres Problem der Vereine: die Sponsoren. Durch weniger Mitglieder ist ein Sponsor weniger interessiert an Trikot- oder Bandenwerbung. Durch weniger Sponsoren und auch weniger Mitglieder fehlt wiederum Geld in der Vereinskasse. So schließt sich der Teufelskreis: weniger Einnahmen und gleichbleibende Ausgaben – das geht auf Dauer nicht gut.

Wie könnte nun aber eine Lösung für dieses Problem aussehen? Zunächst sollten Vereine und Schulen besser und stärker zusammenarbeiten. Dazu könnten Projektwochen, Schulsporttage, Schulsportfeste und Spaßwettkämpfe durchgeführt werden. So könnten sich Vereine vorstellen und einbringen, und sich Trainer*innen und Übungsleiter*innen persönlich vorstellen.

Des weiteren sollten die großen Dachverbände (zum Beispiel: DFB, DHB) Amateurvereinen finanziell stärker unter die Arme greifen. Dadurch erhielten Amateurvereine die Möglichkeit Übungsleiter*innen auf Minijob Basis zubeschäftigen und sie häufiger und besser qualifizieren.

An dieser Stelle mal ein kleiner Überblick über die Kosten für die Teilnahme an Ausbildungslehrgängen für Trainer*nnen: Die Trainerausbildung zur*m C-Lizenz Trainer*in im Fußball kostet 240 Euro. Wer danach noch den B-Lizenz Trainerschein machen will, muss sogar 1167 Euro bezahlen. Spätestens hier erlahmt, verständlicherweise, der Wille zum Ehrenamt, so die Kosten selbst getragen werden müssen.

Gelegentlich taucht das Argument auf, dass die Teilnahme am Vereinssport mit, teilweise recht hohen, Kosten verbunden ist. Daher an dieser Stelle ein Tipp zum Schluss: die Landeshauptstadt Kiel und der Sportverband Kiel e.V. ermöglichen Kinder und Jugendlichen aus finanzschwachen Familien kostenfrei am Vereinssport teilzunehmen. Ob ein Anspruch auf das Bildungspaket besteht, kann beim zuständigen Jobcenter oder Amt für Wohnen und Grundsicherung überprüft werden. Dort gibt es auch das Antragsformular.

Ein Hinweis noch: Es ist für jedes Kind/ jede*n Jugendliche*n ein eigener Antrag zu stellen.

Und wenn dieser Text zumindest dafür sorgt, das die ein oder andere Person vielleicht darüber nachdenkt, sich doch mal einen Mannschaftssport zu suchen, so wären diese Zeilen nicht umsonst gewesen. Als kleine Hilfestellung sei auf die Vereinssuche des Landessportverbandes Schleswig-Holstein verwiesen. Einfach die eigene Postleitzahl eingeben und sich die Sportvereine im näheren Umkreis anzeigen lassen. Seid euch versichert: Die Vielfalt an Sportarten ist wahrlich beeindruckend. 🙂