Beim Sozialraumprojekt Kiel-Mitte „M38“, einem Angebot der Gesellschaft für soziale Hilfen in Norddeutschland (GSHN), findet jeder ein offenes Ohr, für alles was im Leben so anfällt. Fragen, Sorgen, Ideen oder einfach nur Durst und Lust auf Smalltalk. Hier wird einiges geboten, für Menschen mit oder ohne Einschränkungen. Jede*r ist herzlich willkommen.

„Soll ich mal eben so tun, als würde ich arbeiten?“, grinst Projektleiter Frank Rimkus fröhlich in meine Kamera. Er zeigt mir damit gleich am Anfang meines Besuches eines seiner stärksten Talente: den herzlichen und offenen Umgang mit Menschen. Dieses Talent teilt er sich mit seinen zwei Kolleginnen Janina Jesse, der pädagogischen Leiterin und Anne Brockmann, der Teamleiterin des angrenzenden Café Paletti und des M38. Gerade als ich mit den ersten Fotos fertig bin, meldet eine kleine Menschengruppe Bedarf für ein Gespräch bei Frank Rimkus an. Die gemütliche Sofaecke wird nun tatsächlich vom Fotostudio zum Arbeitsplatz.

Diskretion wird hier groß geschrieben und so lasse ich mir von seiner Kollegin Janina Jesse den Versammlungsraum zeigen, während Frank Rimkus den Besucher*innen mit Rat und Tat zur Seite steht. Auch Janina Jesse ist ähnlich farbenfroh gekleidet wie Frank Rimkus. So etwas wie staubtrockene Schlipsträger findet man hier nicht.
Der große, lichtdurchflutete Raum bietet jede Menge Platz für allerlei Tätigkeiten, was beim äußerst beliebten Frauenfrühstück von 26 Migrantinnen bereits unter Beweis gestellt wurde. Hier können sie ganz unter sich sein, müssen sich nicht beobachtet fühlen oder sich unangenehmen Fragen aussetzen. Dieses entspannte Miteinander führt dann, im Laufe der Zeit, dazu, dass die Frauen auch auf andere Leistungen aufmerksam werden, von denen sie vorher noch nichts wussten. Doch nicht nur orientalische Schlemmereien sind hier möglich. Ein gut gefülltes Spieleregal und ein Beamer lassen den liebevoll mit Blumen und Standleuchten ausgeschmückten Raum wahlweise als kleines „Kindercasino“ oder als Kinosaal dienen. Und sollte der Andrang doch einmal zu groß werden, kann das Café Paletti ebenfalls genutzt werden. Platz ist in der kleinsten Hütte, so heißt es. Eine Rollstuhlrampe ermöglicht außerdem einen barrierefreien Zugang zu den Räumlichkeiten.

Alle Gruppenangebote, bis auf das Frauenfrühstück und den Frühstücksbrunch, sind natürlich kostenlos und wurden von ehrenamtlichen Teilnehmer*innen ins Leben gerufen. „Auch unsere Nähgruppe wurde von einer ehrenamtlichen Schneiderin „zusammengestrickt“, schmunzelt Janina Jesse. Eine Technik-Hilfe-Gruppe sei ebenfalls in Planung und weitere Ideen, oder auch Spenden, sind immer gern gesehen, fügt sie noch hinzu.

Das von der Landehauptstadt Kiel und anderen kleinen Trägern finanzierte Projekt hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2017 beachtlich entwickelt und erfreut sich durchgehend positiver Rückmeldungen.
Für eine weitere Entwicklung sorgt auch die Zusammenarbeit mit anderen Netzwerken der Stadt, darunter das Stadtteilnetzwerk in der Wik, die Anlaufstelle ANNA in der Beselerallee oder Gut betucht, das gleich um die Ecke ansässig ist.
Egal, ob man nun ein ernstes Anliegen hat oder einfach bei einer Tasse Kaffee oder Tee die Seele baumeln lassen möchte, ein Besuch beim Sozialraumprojekt M38 lohnt sich auf jeden Fall.

Sozialraumprojekt Kiel – Mitte
Muhliusstr. 38
24103 Kiel
Tel: 0431 90 89 13 92
Fax: 0431 – 90 88 95 06
E-Mail:

Generelle Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 09:30 Uhr – 14:30 Uhr

Sozialberatung:
Montags und Donnerstags:
12:00 Uhr – 15:00 Uhr
Donnerstags auch in türkischer Sprache